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Grok Bot: KI-Agenten mit eigenem Cloud-Computer

Erik Weber · · 11 Min. Lesezeit

Die meisten KI-Assistenten hören auf zu arbeiten, sobald du den Laptop zuklappst. Grok Bot arbeitet dann weiter, auf einem Computer, der nicht dir gehört.

Was brauchst du wofür?

Die wichtigste Frage zuerst: Passt Grok Bot zu deiner Aufgabe?

AufgabePasst?Warum
Recherche über Nacht laufen lassenjaComputer läuft weiter
Wiederkehrende Abläufe in Web-Appsja, mit PrüfungRoutinen
Arbeit vom Handy aus anstoßenjaApp für Desktop und Handy
Kundendaten verarbeiteneher neinComputer in den USA
Schnelle Frage im Chatneinnormaler Chat reicht

Ein KI-Agent ist ein KI-Modell, das nicht nur antwortet, sondern selbst Schritte ausführt: Seiten öffnen, Dateien anlegen, Formulare ausfüllen. Bei Grok Bot heißen diese Agenten Bots.

Wie funktioniert Grok Bot?

Du legst einen Bot an, gibst ihm einen Namen und eine Aufgabe und schreibst ihm wie einem Kollegen. Der Bot arbeitet im Normalfall nicht auf deinem Gerät, sondern auf einem Computer in der Cloud. Du schaust zu, gibst frei oder kommst später wieder.

Schematische Grafik: links eine ungeordnete Wolke aus grauen und einigen farbigen Punkten mit der Beschriftung „Deine Aufgaben“, darunter die Strichzeichnung eines geschlossenen Laptops mit der Beschriftung „Laptop zugeklappt“. In der Mitte eine senkrechte salbeigrüne Linie mit einem leuchtenden salbeigrünen Kreis und der Beschriftung „Grok Bot“. Rechts ein Rahmen mit der Beschriftung „Cloud-Computer“, darin drei salbeigrüne Punkte mit den Beschriftungen „Browser“, „Dateien“ und „Terminal“, darunter „arbeitet weiter“
Im Normalfall arbeitet der Bot auf dem Cloud-Computer des Anbieters, nicht auf deinem Laptop

Der Cloud-Computer

Laut Hersteller ist der Computer dauerhaft verfügbar. Er hat einen Browser, ein Dateisystem und ein Terminal, also ein Fenster für Textbefehle. Arbeit läuft dort weiter, wenn du die App oder den Laptop schließt.

Zwei Dinge solltest du wissen:

  • Der Computer gehört nicht dir. Der Anbieter betreibt ihn. Einen eigenen Server oder eine Installation bei dir gibt es laut Dokumentation nicht.
  • Alle Bots eines Kontos teilen sich einen Computer. Dateien, Browser-Sitzungen und Logins sind für jeden deiner Bots sichtbar. Der Hersteller schreibt selbst, dass getrennte Bots keine Sicherheitsgrenze sind.

Weiterlaufen heißt nicht, dass immer alles klappt. Websites können Automatisierung blockieren, Sitzungen laufen ab, und das Wochenkontingent ist endlich. Dann pausiert der Bot und meldet sich.

Der Laptop darf zu sein. Hinschauen musst du trotzdem.

Anmelden in deinen Werkzeugen

Der Bot arbeitet in den Programmen, die du schon nutzt. Dafür gibt es zwei Wege: Connectors, also fertige Anbindungen aus einem Marketplace, oder den Browser, in dem der Bot klickt und tippt wie ein Mensch. Laut Hersteller sind Connectors verlässlicher als das Klicken durch Websites.

Passwörter, Zwei-Faktor-Codes, CAPTCHAs und Zahlungen übernimmst du selbst. Der Bot übergibt dir dafür den Computer. Passwörter und Einmalcodes gehören laut Dokumentation nicht in den Chat.

Bots, Skills und Routinen

Du kannst mehrere Bots mit getrennten Rollen anlegen. Sie arbeiten parallel und schreiben sich untereinander. Einen Ablauf kannst du einmal vormachen, der Bot speichert ihn als Skill und wiederholt ihn nach Zeitplan als Routine.

Screenshot der Grok-Bot-App im dunklen Design: oben die Eingabezeile „An: Start a chat with…“, darunter ein aufgeklapptes Menü mit den drei Einträgen „Neuen Bot erstellen“, „Gruppenchat erstellen“ und „Grok Bot“, jeweils mit Tastenkürzel
Einen neuen Bot oder einen Gruppenchat legst du über das Menü der App an

Bots merken sich Vorlieben, Dateien und Zusammenfassungen früherer Arbeit. Für wichtige Entscheidungen empfiehlt der Hersteller, aktuelle Quellen prüfen zu lassen, statt sich auf dieses Gedächtnis zu verlassen.

Welche Einstellungen haben Wirkung?

Freigaben: Vor kritischen Aktionen zeigt der Bot, was er vorhat. Du wählst einmal erlauben, immer erlauben oder ablehnen. Der Hersteller empfiehlt „Ask first“-Regeln für Senden, Veröffentlichen, Löschen und Kaufen.

Zugriff auf deinen eigenen Rechner: Zusätzlich kann ein Bot Befehle auf deinem eigenen Computer ausführen, wenn du das erlaubst. Laut Dokumentation steuerst du das unter „Execution on Local Computer“ in den Einstellungen. Lass es aus, solange du keinen konkreten Grund dafür hast.

Auto Review: Ein zweites Modell prüft riskante Aktionen, bevor sie ausgeführt werden. Laut Dokumentation erfasst es nicht jede Nebenwirkung und ersetzt Freigaben nicht.

Nutzung über das Kontingent hinaus: Ist „On-demand“ aktiv, arbeitet der Bot nach dem Wochenkontingent weiter und rechnet nach Verbrauch ab. Das Monatslimit dafür stellst du in den Einstellungen unter „On-demand monthly limit“ ein. Bei einem Abo aus der Handy-App geht das laut Cursor nur im Web.

Wofür taugt Grok Bot und wofür nicht?

Taugt für

  • Aufgaben, die länger dauern als deine Geduld am Bildschirm
  • Recherchen und Entwürfe, die du am nächsten Morgen prüfst
  • Abläufe in Web-Apps ohne eigene Schnittstelle
  • Experimente mit dem Arbeitsmodell „Agent mit eigenem Computer“

Taugt nicht für

  • Vertrauliche oder personenbezogene Daten ohne geklärte Rechtsgrundlage
  • Aufgaben, bei denen ein Fehler teuer wird und niemand prüft
  • Getrennte Zugänge pro Bot: Alle Bots sehen dieselben Logins
  • Wer das Modell selbst wählen will: Das geht laut Dokumentation nicht

Was kostet Grok Bot?

Einen eigenen Grok-Bot-Tarif gibt es nicht. Der Zugang steckt in anderen Abos. Preise laut Hersteller, Stand 08.10.2026, bei monatlicher Zahlung und ohne Steuern:

ZugangPreisHinweis
Cursor Pro20 $ pro Monatgünstigster Einstieg
SuperGrok30 $ pro Monatmit Cursor-Konto verknüpfen
Cursor Teams40 $ pro PlatzOn-demand voreingestellt

Die höheren Stufen (Cursor Pro+ und Ultra, SuperGrok Plus und Heavy) enthalten mehr Wochenkontingent. Ihre Preise stehen auf den Preisseiten von Cursor und Grok. SuperGrok Lite enthält Grok Bot laut Cursor nicht. Hast du über dein Unternehmen einen Platz in einem selbst gebuchten Grok-Business-Tarif, ist Grok Bot laut Cursor schon enthalten: Du meldest dich mit diesem Grok-Konto an und brauchst kein weiteres Abo.

Hast du schon ein Abo von X Premium+? Laut Cursor lässt es sich ebenfalls mit dem Cursor-Konto verknüpfen und bringt ein Wochenkontingent mit, das unter dem von SuperGrok Plus liegt. Prüfe das, bevor du ein zweites Abo abschließt.

Wichtig vor dem Verknüpfen: Laut Cursor ist die Verknüpfung von SuperGrok oder X Premium+ dauerhaft. Du kannst sie nicht lösen und nicht auf ein anderes Cursor-Konto umziehen. Melde dich also zuerst mit dem richtigen Cursor-Konto an.

Kontingent: Jeder Plan enthält ein Wochenkontingent, das sich wöchentlich erneuert. Wie groß es ist, nennt der Hersteller nicht in Zahlen.

Abrechnung nach Verbrauch: Mit aktivem On-demand zahlst du darüber hinaus nach Modell- und Token-Kosten. Token sind die Textbausteine, in denen KI-Modelle rechnen. Laut Cursor ist ein Limit kein harter Stopp mitten in einem Lauf. Ein laufender Auftrag kann also darüber hinausgehen.

Testen: Cursor beschreibt ein Testguthaben mit einem Zeitfenster von sieben Tagen. Ein großer Auftrag kann es auf einmal aufbrauchen.

Was passiert mit deinen Daten?

Anmeldung, Konto und Datenschutz-Einstellungen laufen laut Hersteller über Cursor. Maßgeblich sind deshalb die Bedingungen von Cursor, nicht nur die von SpaceXAI.

Wo werden die Daten gespeichert und verarbeitet?

Auf dem Cloud-Computer und auf den Servern von Cursor. Laut Sicherheitsdokumentation laufen die Computer derzeit in den USA. Cloud-Speicherung ist Pflicht, ohne sie funktioniert Grok Bot nicht. Der Computer ist laut Produktseite bei der Übertragung und im Ruhezustand verschlüsselt.

Auf der Festplatte des Computers liegen Dateien, Browser-Sitzungen und gespeicherte Browserdaten. Zugangsschlüssel der Connectors liegen laut Dokumentation nicht dort, sondern auf den Servern von Cursor.

Werden deine Eingaben zum Training genutzt?

Das hängt an einer Einstellung in deinem Cursor-Konto, dem Privacy Mode. Ist er eingeschaltet, nutzt Cursor deine Daten laut eigener Übersicht zur Datennutzung nicht zum Training. Ist er ausgeschaltet, darf Cursor Eingaben speichern und zum Training verwenden. Prüfe die Einstellung, bevor du dem Bot etwas Vertrauliches gibst.

Welches Modell deine Aufgabe bearbeitet, kannst du nicht wählen. Der Mix der Anbieter kann sich laut Dokumentation ändern. Mit eingeschaltetem Privacy Mode speichern die Modellanbieter Eingaben und Ausgaben laut Cursor nicht. Ausnahme: Schlägt eine Missbrauchserkennung an, können Inhalte zur Untersuchung aufbewahrt werden. Ohne Privacy Mode dürfen einzelne Anbieter Eingaben und Ausgaben vorübergehend speichern.

Was passiert, wenn du einen Bot löschst?

Profil, Gespräch und Routinen des Bots werden entfernt. Dateien und Logins auf dem gemeinsamen Computer können laut Dokumentation erhalten bleiben. Feste Fristen für die Aufbewahrung nennt die Datenschutzerklärung nicht.

Was gilt beim geschäftlichen Einsatz?

Datenstandort: Die Computer laufen in den USA. Eine Zusage zum Datenstandort gibt es laut Dokumentation nur schriftlich über das Vertriebsteam. Einen Betrieb in der EU oder auf eigener Hardware nennt die Dokumentation nicht.

AVV und DSGVO: Für Geschäftskunden tritt Cursor laut Datenschutzerklärung als Auftragsverarbeiter auf und führt eine Liste der Unterauftragsverarbeiter. Ob dein Tarif einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung (AVV) umfasst, musst du vor dem Einsatz mit personenbezogenen Daten klären. Für einen Einzelplan habe ich dazu keine klare Angabe gefunden.

Kontrolle: Netzwerkregeln, erzwungenes Auto Review und Audit-Protokolle gibt es laut Dokumentation nur im Enterprise-Tarif. Im Teams-Tarif darf der Computer jedes Ziel im Netz erreichen.

Prompt Injection: So heißen versteckte Anweisungen in Webseiten oder Dateien, die einen Agenten umlenken. Der Hersteller schreibt, dass seine Schutzschichten das Risiko verringern, aber nicht beseitigen. Ein Bot mit deinen Logins kann in deinem Namen handeln. Gib ihm deshalb nur Zugänge, deren Missbrauch du verkraftest.

Zertifikate: Cursor nennt ISO/IEC 27001 und ISO/IEC 42001, Nachweise unter trust.cursor.com.

Wer steht hinter Grok Bot?

Grok Bot kommt von SpaceXAI. So heißt xAI, das Unternehmen hinter dem KI-Modell Grok, seit Juli 2026. SpaceX hatte xAI im Februar 2026 übernommen.

Cursor, bekannt als KI-Werkzeug für Programmierer, gehört seit August 2026 ebenfalls zu SpaceX. Das erklärt die Aufteilung: Die Marke und die Dokumentation liegen bei SpaceXAI, Konto, Abrechnung und Cloud-Computer bei Cursor. Gestartet ist Grok Bot am 11.08.2026 als Beta.

Meine Einschätzung

Ein Vorbehalt vorweg: Ich bin kein großer Fan von Elon Musk, zu dessen Unternehmen Grok Bot gehört.

Praktisch finde ich Grok Bot trotzdem. Die KI arbeitet auf einem eigenen, dauerhaft verfügbaren Cloud-Computer, auch wenn mein Laptop geschlossen ist. Für mich war es die erste App, die diesen Ansatz auch für Nicht-Techies einfach zugänglich gemacht hat.

Den Ansatz gab es vorher schon, nur mit mehr Handarbeit. OpenClaw und Hermes Agent sind Open-Source-Projekte, bei denen du einen Agenten-Harness selbst installierst, typischerweise auf einem eigenen Server. Ein Harness ist das Programm um das KI-Modell herum, das ihm Werkzeuge, Gedächtnis und Zugänge gibt. Einrichtung und Pflege liegen dann bei dir. Grok Bot nimmt dir das ab. Der Preis dafür: Der Computer steht beim Anbieter, zu dessen Bedingungen.

Ich nutze Grok Bot nicht als reguläres Arbeitswerkzeug, sondern für Experimente. Ausprobieren konnte ich es, weil ich bei einem SpaceX-Hackathon war und dort kostenlose Credits bekommen habe.

Inzwischen beobachte ich ähnliche Funktionen bei weiteren Apps, zum Beispiel bei ChatGPT Dots. Wie ich damit unterwegs eine Präsentation vorbereitet habe, steht in meinem Beitrag Eine Präsentation per Telefon vorbereiten.

Quellen

Alle Seiten abgerufen am 08.10.2026.

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